Stevens Konzert-Ukulele UC-QM
Nicht jeder sieht in der Ukulele ein Blödelinstrument, das als Accessoire von Clowns oder TV-Moderatoren an seine Grenzen stößt. Dass Ukulelen mit ebenso viel Hingabe wie Akustikgitarren gefertigt und gespielt werden können, zeigt ein kleiner, aber feiner Custom-Shop in München.
Viel weniger als bei Gitarren interessiert Mitmusiker bei Ukulelen, welches Logo auf der Kopfplatte prangt. Dennoch ist die Stevens UC/QM mit ihren selektierten Hölzern ein absoluter Hingucker. Warum also nicht mal das Wagnis eingehen und - wenn man die Ukulele ohnehin nicht nur als Spaßinstrument betrachtet - bei Steven Custom Guitars reinschauen? Unter diesem Label fertigen die Inhaber des Munich Repair Shops Werner Kozlik und Stefan Zirnbauer Gitarren, irische Bouzoukis, Mandolas, Mandolinen und nun eben auch Ukulelen.
Auf der übersichtlichen Website findet sich eine Preisliste mit den einzelnen Komponenten, aus denen per Baukastenprinzip ein individuelles Instrument zusammengestellt werden kann. Die UC/QM wird in München aus selektierten vollmassiven Hölzern handgefertigt, mit la Hardware ausgestattet und überrascht dank der klanglichen Finesse, sie sowohl mit Nylon- als auch mit Stahlsaiten spielen zu können.
Die Grundlage der Konzert-Ukulele mit Cutaway bildet ein seidenmatter Korpus aus Wolkenmahagoni, das auch als ?sapeli pommele" bekannt ist und sich weit über den afrikanischen Kontinent verbreitet. Die attraktive Oberfläche der Uku begründet die Nutzung des edlen Holzes auch für Designmöbel. Für den Boden wurden zwei Teile bookmatched ausgewählt. Dazu passt die helle Decke aus Sitka-Haselfichte, die im Karamelton dunkler als handelsübliche Fichte erscheint und durch ihren Wimmerwuchs auffällt.
Der Hals aus Mahagoni ist mit dem Korpus verbunden. Er trägt ein Griffbrett aus Ebenholz, das dank des ausladenden florentinischen Cutaways und individuellen Schalllochs 23 Bünde bereitstellt. Der Steg aus gleichem Material ist das technische Schmankerl der Ukulele. In seiner Öffnung auf der Hinterseite finden die Ballends von Stahlsaiten ebenso Halt wie verknotete Nylonsaiten. Mehr Sound-Vielfalt geht nicht! Die Saiten laufen in vier hochwertige Mechaniken von Grover auf der mit Ebenholz-Overlay verzierten Kopfplatte. Wer nun meint, das rote Binding sei aufgemalt, liegt daneben: Rund um das Instrument windet sich ein schmaler Streifen Padouk, einer rötlich leuchtenden Holzart aus Afrika, die im Laufe der Jahre nachdunkelt.
Das D-Profil des Halses sorgt dafür, dass die Ukulele nicht verrutscht und die Finger sicher auf dem Griffbrett platziert werden können. Liegen diese einmal auf den Stahlsaiten, möchten sie die dünnen Drähte nicht mehr loslassen. Da die Decke mit einem X-Bracing versehen wurde, schwingtt die Ukulele in höchsten Tönen. Wer seine Hand nach dem Anschlag hinter dem Steg platziert, spürt, wie gut sie die Schwingung der Saiten in alle Bereiche überträgt. Das Klangbild ist sehr hell, und da die nicht umwickelten Saiten einen besonderen, kaskadierenden Ton von sich geben, klingt sie kristallklar. Der Sound schimmert in frischen Klangfarben, die für gute Laune sorgen und auf dem Akkord-Instrument zu perlenden Fingerpickings einladen. Insgesamt tönt die Ukulele sehr laut, aber auch differenziert, was sie zu einer tollen Begleitung macht.
Das bleibt hängen
Die Stevens UC/QM sieht nicht nur handgemacht aus, sie fühlt und hört sich auch so an. Der schimmernde Sound und die gute Verarbeitung, der man die Liebe zum Detail ansieht, lassen die Zunge schnalzen. Die Wahl der Hölzer, die Optik und der clevere Steg machen dieses Instrument auf dem Markt einzigartig und werden für lange Spielfreude sorgen!
Thorsten Bruhn















